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Rampenfieber 195- Ins Blaue hinein - Digitalgemüse

Rampenfieber 195- Ins Blaue hinein

Aug 8th, 2012 | By Kate | Category: Allgemein, In Serie

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Fortsetzung von Rampenfieber 194:

Ich hatte meine B*arbeit also sozusagen zwischen Tür und Angel und noch dazu ohne einen Plan in der Tasche geschrieben und konnte jetzt nur darauf hoffen, dass es nicht auffiel… Ha ha!

Mein Prüfer hatte vor drei Monaten, als er das Anmeldeformular großzügigerweise unterzeichnete (schon bei der Wahl des Prüfers hatte ich nicht darauf geachtet, wer sich mit meinem Thema auskannte, sondern, wer mir möglicherweise wohlgesonnen sein würde) zu mir gesagt: “Wir müssen uns dann bald mal treffen, um über den Aufbau der Arbeit zu reden.” Aufbau? Ich wusste doch noch nicht mal etwas über Form und Seitenzahl, Zitate und Fußnoten, Layout und Quellen.

“Hm…” antwortete ich nur, “Bald…”

Bei mir dachte ich: Wer viel fragt, kriegt viel Antwort. Ich fang lieber schon mal auf eigene Faust mit dem Schreiben an. Also tippte ich eine Weile ins Blaue hinein und noch ein wenig weiter und noch ein bisschen. Irgendwann dachte ich: Wenn ich ihn jetzt noch treffe und er mit meinem Aufbau nicht einverstanden ist, muss ich womöglich noch mal von vorne anfangen. Und… äh… will ich das? (hier folgte ein kurzes In-mich- Gehen) NÖ!

Von da an wurde das Ganze ein Selbstläufer. Je mehr ich schrieb, desto weiter entfernte ich mich von dem Gedanken, meinen Prüfer in diesem Stadium noch zu Rate zu ziehen. Sollte er doch gleich die fertige Arbeit lesen. Die Arbeit, die vollständig auf meinem eigenen Mist gewachsen war und die am Ende noch nicht mal ein Korrekturleser- Zeit ist Mangelware- zu Gesicht bekam. Die einzige Hand, neben meiner eigenen, durch die sie ging, war die der strengsten Sekretärin der Welt, die beim Anblick der doch recht wenigen Seiten ein wenig irritiert schien, mit miesepetriger Mine ihren Stempel darauf knallen ließ und versprach sie an meinen Prüfer weiterzuleiten.

Mutig verfasste ich wenige Tage später eine Mail, in der ich etwas von Farbe und Umzugskisten, Trennungsschmerz und… und so weiter faselte und mich dafür entschuldigte, mich nicht eher gemeldet zu haben. Mein Prüfer schrieb zurück, dass er die Arbeit erst ab Ende August korrigieren könne. Was für ein Schatz! Er erwähnte mit keinem Wort, dass er noch immer in einem Café auf unser Gespräch wartete. Ich dankte es ihm stumm und wiegte mich für den Moment in Sicherheit.

Seitdem warte ich auf eine zweite Mail… Eine Mail, die mein Schicksal besiegeln wird.

Bildnachweis: Thomas Max Müller, Pixelio.de

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