Dejagah nach Israel?
Okt 9th, 2007 | By refu | Category: AllgemeinRonald Pofalla echauffiert sich in seiner jüngsten Pressemitteilung darüber, dass Ashkan Dejagah, Spieler in der U21, nicht mit zum Länderspiel nach Israel fahren will.
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat Recht! Es ist nicht hinnehmbar, dass Spieler aus Gründen der Weltanschauung oder Religion ein Spiel ihrer Mannschaft boykottieren.
Die deutschen Nationalmannschaften, egal in welcher Sportart, sind immer auch Repräsentanten unseres Landes. Sie stehen symbolisch für die freiheitlichen und demokratischen Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland. Wer unser Land repräsentiert, muss sich auch mit diesen Werten identifizieren. Zu diesen Werten gehört auch die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel.
Wer Deutschland im Nationaldress vertritt, ob gebürtiger Deutscher oder Zugewanderter, muss sich zu unserer durch Geschichte und Kultur geprägten Gemeinschaft bekennen. Wer dies aus persönlichen politischen Gründen nicht will, muss das Trikot der Nationalmannschaft abgeben.
Prinzipiell kann man das alles so stehenlassen. Aber von jemandem in der Position von Pofalla erwarte ich eigentlich, dass er sich schlau macht, bevor er den Mund aufreisst.
Nun stammt Dejagah nun einmal aus dem Iran und selbiger verbietet die Reise nach Israel. Man kann sein Weltbild simpel stricken und sagen, Dejagah möchte gefälligst auf Herrn Pofalla und nicht auf Herrn Ahmadinedschad hören. Berücksichtigen sollte man allerdings, dass Dejagahs Familie im Iran lebt sowie sein Bruder für einen Club aus Teheran spielt und diese deshalb zum einen Repressalien ausgesetzt wären und zum anderen er kaum wieder die Erlaubnis bekäme, seine Angehörigen zu besuchen.
Möge jeder selbst nachdenken, wie er sich da entscheiden würde. U21-Trainer Eilts hat Dejagahs Absage jedenfalls akzeptiert und ich finde es eher löblich, dass er offen sagt, weshalb er nicht teilnehmen wird, statt wie Ali Karimi sich kurzfristig zu verletzen, als der FC Bayern ein Auswärtsspiel in Israel hatte.
[...] für seine moralisch falsche Entscheidung. Andererseits dürften wir sehr wohl ein gewisses Mitleid für sein moralisches Pech empfinden. Ich frage mich, ob das schizophren [...]